VOLKSFEINDE

Volksfeinde


nach Henrik Ibsen
eine Produktion der mit.mach.bühne

Das Wasser des Kurbads, die Quelle von Wohlstand und Hoffnung, ist vergiftet. Als eine Gruppe von Aktivistinnen das herausfindet, gerät sie in die Schusslinie der medialen und politischen Machthaber. Es entspinnt sich ein Kampf um Wahrheit, Moral und die Meinungshoheit im Ort, bis schließlich die gesamte Stadtgemeinschaft politisiert ist und glaubt, zwischen Feind und Freund unterscheiden zu können.  

Henrik Ibsens Drama Ein Volksfeind von 1882 entlarvt mit scharfem Blick die Mechanismen von Macht und Ohnmacht in einer kapitalistischen Wettbewerbsgesellschaft. In unserer Bearbeitung stehen dreißig Menschen auf der Bühne und stellen sich gemeinsam die Frage: Wie viel Wahrheit verträgt eine Gesellschaft, die sich nach Sicherheit sehnt? Welche Stimmen werden gehört – und welche zum Schweigen gebracht? Ein Abend über Mut und Isolation, über Demokratie im Stresszustand und die ewige Versuchung, das Unbequeme zu verdrängen.

mit.mach.bühne

VOLKSFEINDE ist eine Produktions er mit.mach.bühne am Ballhaus Prinzenallee Berlin. Seit der Spielzeit 25/26 leite ich dieses Bürgerbühnenprojekt. 

Was ist die mit.mach.bühne. Wie der Name schon vermuten lässt, ein Projekt das jedem und jeder die möchte, sie braucht, sucht und vielleicht sonst nicht hat eine Bühne gibt. In verschiedenen Gruppen arbeiten theaterpädogoginnen, Regisseurinnen und künstlerinnen mit Menschen zusammen, die einfach Bock auf gutes Theater haben - so auch der Name der integrativen, generationsubergreifenden Gruppe, die sie heute hier auf der Bühne erleben dürfen. Nach die Schule der Diktatoren im letzten Jahr ist dies bereits die 2. Große Produktion. 27 nicht professionelle Schauspielerinnen treten heute Abend hier auf. 

 

Die mit.mach.bühne ist dabei weit mehr als ein theaterpädagogisches Projekt es ist gelebte Demokratie. Menschen unterschiedlicher Sozialisationen kommen zusammen, lachen, sprechen, verhandeln gemeinsam, streiten, ringen um Wahrheiten und erfinden gemeinsam eine Wirklichkeit, die sie dem Publikum zur Disposition stellen. 

Gemeinsam haben wir uns an der dramatischen Vorlage „Ein Volksfeind“ von Henrik Ibsen abgearbeitet. Bereits 1882 entwirft Ibsen mit diesem Stück eine Gesellschaftsanalyse, die wie eine Blaupause der Gegenwart wirkt. Wie viel Wahrheit verträgt eine Gesellschaft, die sich nach Sicherheit sehnt? Gemeinsam entwickelten wir eine Textfassung, die aus den ursprünglich 10 Figuren, 27 macht. 

27 Figuren treffen in einem Dorf aufeinander - alle mit dem Anspruch das ihre Wahrheit, die richtige ist.  Demokratie im Stresszustand. Eine Versuchsanordnung. Die Bühne als Versuchsraum - für und mit allen. 

 

Überall sehen wir das diese Räume kleiner werden und ihre Relavanz in Frage gestellt wird. Ist Kunst, Theater relevant? Die Mit.mach.bühne versucht heute, hier und jeden Tag aufs Neue zu zeigen: ja, heute wie immer und vielleicht sogar denje. 

RegiRegie:  Lukas David Schmidt & Oliver Toktasch

Musik: Lukas David Schmidt

Ausstattung: Iris Castillo

Ensemble: Ensemble der mit.mach.bühne